Wir sind nun seit fünf Tagen in Wadi Halfa gestrandet. Leider hatte das Boot, das unser Auto transportiert, einen Motorschaden und musst umkehren. Halfa ist ein Grenzdorf und ausser der wöchentlichen Fähre gibt es wenig Aktivität. Obwohl Halfa und Aswan nahe beieinander liegen, spüren wir erst jetzt den Einfluss Schwarzafrikas. Der Norden Sudans ist stärker vom Einfluss der Araber geprägt als der Süden. Die Konflikte in der westlichen Provinz Darfur sind ein Resultat der veränderten Lebensräume. Die Nomaden der Wüste sind hauptsächlich arabischer Abstammung und wichen wegen der anhaltenden Trockenheit immer öfters in die südlicheren Lebensräume der afrikanischen Stammesgesellschaften. Dadurch stiessen zwei sehr unterschiedliche Lebenskonzepte aufeinander. Was folgte, war ein jahrelanger Konflikt, der schliesslich eskalierte und Hunderttausende Leben kostete und Millionen zur Flucht zwang. In Ostafrika ist der Sudan das Grenzland des arabischen Einflusses. Das führte zu den Konflikten in Darfur und im südlichen Sudan. Seit letztem Jahr wurde mit der Gründung des jüngsten Staates, Südsudan, etwas Klarheit geschaffen, doch in Darfur bleibt die Lage weiterhin angespannt.
Kapitän Mohammed mit seiner silbernen Zahnreihe
Orwa (21) aus Darfur
4. von links: Kamal, unser ägyptischer "Fixer"
Neben uns sind noch andere Reisende gestrandet: zwei Motorradfahrer aus Kroatien, ein Nordengländer mit seinem Velo, ein holländisches Paar mit einem 2CV (!) und drei britische Doktoren mit einem Landrover. Wir verbringen unsere Zeit mit Marktbesuchen, Essen, Tee trinken und dem Wichtigsten: Menschen kennenlernen.
Tony aus Karthoum
Teefrau aus Halfa
Sudanesischer Snoop Dog
Nubischer Dattelverkäufer
Camp in der Wüste, fest in englischer Hand
Mazar, unser lokaler Verbindungsmann und Ritschard im Seitenwagen
Toyota mit Gestrandeten
Morgen sollte unser Auto ankommen und dann trennen sich unsere Wege für eine Woche. Die Tauchgründe im sudanesischen Roten Meer sollen extrem fischreich sein (Hammerhaie!) und deshalb wird der tauchende Dario eine Woche unter Wasser verbringen, während Michael dem Nil treu bleibt.












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