Die libysche Revolution startete im Februar 2011 in Benghazi. Nach gut einer Woche war das Gadaffi Regime aus der Stadt vertrieben und seither unter der Kontrolle der neuen Regierung. Wäre nicht der Mordanschlag auf den amerikanischen Botschafter gewesen, Benghazi könnte auf ein friedliches Jahr zurückblicken. Die Stadt hat eine moderne, nicht besonders schöne Architektur, da die Stadt im Zweiten Weltkrieg mehrere Male zum Schlachtfeld von Alliierten und den Achsenmächten wurde. Erwin Rommel zog sich hier nach der entscheidenden Niederrlage bei El Alamein zurück. In der Nachkriegszeit wurde die Stadt dann Dank dem neu gefunden Öl zur libyschen Vorzeigestadt mit modernster Architektur.
Islamic Center of Commerce
Die neue, alte libysche Fahne bei einem der vielen Checkpoints
Die Bibliothek fürs Grüne Buch von Gadaffi, zerstört
Die Stadt ist sehr lebendig, überall fanden wir Cafés und Restaurants. Die Leute sind uns gegenüber zurückhaltend, aber sehr interessiert. Beim Einkauf im Supermarkt hat uns ein älterer Herr angesprochen und wollte wissen, was wir hier machen. Als wir es ihm erklärt hatten, meinte er, dass er sich freue, dass Leute wieder kommen. Gadaffi hätte das Land in die totale Isolation geführt - nach Lockerbie sei es soweit gekommen, dass sich die Libyer für ihr Land geschämt haben. In der Schule schaffte Gadaffi den Englischunterricht ab, deshalb können wir uns mit der älteren, pre-Gadaffi Generation besser unterhalten. Er selber stamme aus einer Oase ganz im Süden des Landes, doch er sei mit seiner Familie dem Job wegen nach Benghazi gezogen. Sein Sohn ist leider beim Bürgerkrieg ums Leben gekommen. Der Mann betonte wie dankbar die Libyer Europa für die militärische und wirtschaftliche Intervention seien. Uns war das unangenehm, denn was hat die Schweiz schon zum Regimewechsel beigetragen? Als wir an der Kasse unsere Einkäufe bezahlen wollten, meinte er, dass das auf seine Rechnung gehe. Widerstand sei zwecklos. Wir konnten ihn dann knapp davon überzeugen, dass er uns nicht auch noch zum Essen einladen muss. Wir waren berührt von dieser Begegnung, der Herzlichkeit des Mannes und seiner Grosszügigkeit.
Junger Mann aus Benghazi
In ganz Libyen scheinen die städtischen Gärtner ein Händchen für geometrische Bäume zu haben
Grosser, in die Jahre gekommener Dom. Wo ist Wedi?
Am Morgen sind wir wieder durch die Stadt gelaufen und haben einen faszinierenden Künstler kennengelernt. Der Mann hat direkt am Hafen eine Gallerie, wo er seit 18 Monaten den im ganzen Land herumliegenden Kriegsschrott zu Kunst verarbeitet. Als Libyens Tinguely trennt er Panzerraupen und Maschienengewehre in seine Einzelteile und verschweisst sie zu extrem tollen Skulpturen. Wir haben uns auch gleich einen Skorpion gekauft. Super Mann, super Idee und super Kunst.
Der Patronenhülsen-Hund
Kreissägen-Spannfeder-Katze
Helmgesichter
Der libysche Tinguely, Ale Al Wakwak
Fazit Benghazi: Wie Tripolis eine lebendige, mediterrane Stadt mit vielen spannenden Menschen und Geschichten.
Islamic Center of Commerce
Die neue, alte libysche Fahne bei einem der vielen Checkpoints
Die Bibliothek fürs Grüne Buch von Gadaffi, zerstört
Die Stadt ist sehr lebendig, überall fanden wir Cafés und Restaurants. Die Leute sind uns gegenüber zurückhaltend, aber sehr interessiert. Beim Einkauf im Supermarkt hat uns ein älterer Herr angesprochen und wollte wissen, was wir hier machen. Als wir es ihm erklärt hatten, meinte er, dass er sich freue, dass Leute wieder kommen. Gadaffi hätte das Land in die totale Isolation geführt - nach Lockerbie sei es soweit gekommen, dass sich die Libyer für ihr Land geschämt haben. In der Schule schaffte Gadaffi den Englischunterricht ab, deshalb können wir uns mit der älteren, pre-Gadaffi Generation besser unterhalten. Er selber stamme aus einer Oase ganz im Süden des Landes, doch er sei mit seiner Familie dem Job wegen nach Benghazi gezogen. Sein Sohn ist leider beim Bürgerkrieg ums Leben gekommen. Der Mann betonte wie dankbar die Libyer Europa für die militärische und wirtschaftliche Intervention seien. Uns war das unangenehm, denn was hat die Schweiz schon zum Regimewechsel beigetragen? Als wir an der Kasse unsere Einkäufe bezahlen wollten, meinte er, dass das auf seine Rechnung gehe. Widerstand sei zwecklos. Wir konnten ihn dann knapp davon überzeugen, dass er uns nicht auch noch zum Essen einladen muss. Wir waren berührt von dieser Begegnung, der Herzlichkeit des Mannes und seiner Grosszügigkeit.
Junger Mann aus Benghazi
In ganz Libyen scheinen die städtischen Gärtner ein Händchen für geometrische Bäume zu haben
Grosser, in die Jahre gekommener Dom. Wo ist Wedi?
Am Morgen sind wir wieder durch die Stadt gelaufen und haben einen faszinierenden Künstler kennengelernt. Der Mann hat direkt am Hafen eine Gallerie, wo er seit 18 Monaten den im ganzen Land herumliegenden Kriegsschrott zu Kunst verarbeitet. Als Libyens Tinguely trennt er Panzerraupen und Maschienengewehre in seine Einzelteile und verschweisst sie zu extrem tollen Skulpturen. Wir haben uns auch gleich einen Skorpion gekauft. Super Mann, super Idee und super Kunst.
Der Patronenhülsen-Hund
Kreissägen-Spannfeder-Katze
Helmgesichter
Der libysche Tinguely, Ale Al Wakwak
Fazit Benghazi: Wie Tripolis eine lebendige, mediterrane Stadt mit vielen spannenden Menschen und Geschichten.
















Ich bin begeistert! Von euren Berichten, von der Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der Menschen, denen ihr bisher begegnet seid - und total fasziniert von Ale Al Wakwak's Fantasie und Kreativität. Toller Mann!
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